Rede zur Mitgliederversammlung am 21. Februar 2010

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Auszüge aus der Rede des Vorsitzenden H.-D. Müller

anlässlich der Mitgliederversammlung am 21. Februar 2010

Nach der Begrüßung und dem Totengedenken stellte Herr Müller fest, dass die Einladung zur Mitgliederversammlung mit Tagesordnung frist- und formgerecht versandt wurde und die Versammlung beschlussfähig ist. Danach folgte ein kleines künstlerisches Programm des Staatstheaters, das von Herrn Bockelmann persönlich moderiert wurde. Das sehr kurzweilige Programm wurde von Künstlern des Opern- und Schauspielensembles gestaltet. Es fand großen Beifall der Mitgliederversammlung. Nach dem Dank an die Künstler erstattete der Vorsitzende unter Tagesordnungspunkt 3 Bericht über das Jahr 2009 und gab einen Ausblick. Vier Vorstandssitzungen und fünf ausführliche Mitgliederrundschreiben belegten die Arbeit des Vorstands im Jahr 2009. Die Mitgliederzahl war von 402 auf 409 Mitglieder gestiegen. Der Vorsitzende bat die anwesenden Mitglieder um Mitgliederwerbung und verwies auf den neu aufgelegten Werbeflyer der Fördergesellschaft (s. Anlage zum heutigen Rundschreiben). Der danach folgende Bericht soll weitgehend wörtlich wie folgt wiedergegeben werden.

Unser Bericht bezieht sich auf das Kalenderjahr, nicht auf die Spielzeit. So haben wir rein quantitativ festzustellen, dass es im Berichtsjahr 2009 nur 34 Premieren gab, drei weniger, als im Vorjahr.

 

Von den 34 Premieren entfielen

22 auf die Spielzeit 2008/2009 bis Juli 2009 und

12 auf den bisherigen Teil der Spielzeit 2009/2010 bis Jahresende 2009.

11 der 34 Premieren gab es im Opernhaus, 22 im Schauspielhaus, im Tif, in den Foyers und eine als Sommertheater in der Karlsaue.

Schön ist es, dass die Besucherzahl um 6,6 % gesteigert werden konnte, dass das Staatstheater eine schwarze Null beim Geld verzeichnete, also die Sollvorgaben eingehalten hat, was bei einem Gesamtetat von 30 Mio. € keine einfache Sache ist. Herzlichen Glückwunsch dazu, Herr Bockelmann, Herr Dr. Depenheuer.

Die Besucherzahlen sind sehr wichtig, aber es stellt sich die Frage, ob es nicht noch ein wenig mehr hätten werden können, denn wie ich schon voriges Jahr kritisch bemerkte:

Nachdem das Staatstheater im Jahr 2007 durch den Umzug gehandicapt war, hätten im Jahr 2008 und noch mehr in 2009 die unbestreitbar besseren Voraussetzungen zu deutlich mehr Aktivität führen müssen.

Warum waren es dann weniger Premieren, als in den Vorjahren?

Aus unserem Mitgliederkreis erreichten mich in diesem Sinne kritische Stimmen, die außerdem die Mischung und Gewichtung der Genres ansprachen.

Ich hatte es in den Vorjahren immer wieder angesprochen und wiederhole es. Das Kasseler Publikum misst seiner Oper einen hohen Stellenwert bei und erwartet einfach, dass diesem Wunsch durch mehr Neuproduktionen, mehr Vorstellungen und ein solides Repertoire Rechnung getragen wird. Das ist nicht nur eine ernst zu nehmende, hoch liegende Meßlatte, lieber Herr Bockelmann - es ist eine Herausforderung.

Zeigen Sie, dass Ihnen dies bewusst ist, auch wenn ich an dieser Stelle zu Ihrer Entlastung anführen darf, dass es die Theaterleitung vor eine große Aufgabe stellt, ein Repertoire aufzubauen, wenn sie aus Kostengründen mit einem kleinen Ensemble, das eine starke Fluktuation aufweist, arbeiten muss und dass es frustrierend bis entmutigend auf das Ensemble wirkt, wenn das Angebot nicht auf ein gutes Publikumsinteresse stößt. Vor leeren Sälen spielt sich's schlecht..

Besonders enttäuschend war beispielsweise der schwache Besuch der wunderbaren Inszenierung „Les Dialogues des Carmelites" - es wurde nur eine Auslastung von knapp 50 % erreicht. Natürlich wünscht sich die Theaterleitung mehr, insbesondere auch bei Wiederaufnahmen. Dies zu ändern liegt an uns..

Das Weihnachtsstück dominiert natürlich den Spielplan im Dezember.

Diese hohe Gewichtung besteht zu Recht, nicht nur wegen der Einnahmen, sondern weil die Kinder unsere Besucher der Zukunft sind! Insofern ist dieser Schwerpunkt richtig gesetzt, aber es gibt ja nicht nur den Dezember und ohne die Feiertage gab es bei uns alleine im Dezember auf den drei Bühnen 11 spielfreie Abende, die Montage mitgezählt.

Das ist schon ein wenig besser als im Vorjahr, als ich das auch ansprach, aber das empfinden nicht wenige Opernfreunde noch immer als zu viele Tage ohne Angebot. Dass es auch anders geht, zeigt Wiesbaden.

Aber ich hoffe, dass Sie dafür eine Erklärung haben, lieber Herr Intendant.

Aber Quantität ist nicht alles, wenngleich nicht unwichtig.

Qualität zählt, sie ist bei uns in allen Sparten sehr gut, wenn man von ein paar Ausreißern absieht - das möchte ich ausdrücklich betonen. Sie wird vom hiesigen Publikum und überregional, ja national, durchaus wahrgenommen und anerkannt, wenngleich, - unvermeidlich für ein Theater, das was auf sich hält -, insbesondere im Schauspiel und im Tanztheater einige Inszenierungen stattfanden, bei denen viele Zuschauer einfach in der Pause davonliefen, weil die Grenzen des Erträglichen für sie überschritten waren.

Das hat nichts mit der Leistung der Schauspieler und Tänzer zu tun - im Gegenteil.

Auch von den „flüchtenden Besuchern" hörte man allerhöchste Anerkennung, dass unsere darstellenden Künstler solche Dinge, manchmal massiert und auf einige wenige Personen konzentriert, aushalten.

Ihrer Leistung ist Beifall zu zollen.

Negative Resonanz erreichte mich, und ich gebe sie weiter, für Stücke, die von der Kritik teilweise hoch gelobt aber vom Publikum kritisiert wurden, wie z. B. Bakchen, Peer Gynt, Killer Joe und der Tanzabend „Reinhardswald". Ich sage es ganz persönlich, weiß mich aber in bester Gesellschaft mit vielen Besuchern: Nicht in jedes Stück kann man bedenkenlos seine Kinder bzw. Enkel schicken. Das war auch Gegenstand der Debatte im Theaterbeirat. Es wurde die Idee geboren, eine Art Altersempfehlung bei kritischen Stücken zu geben. Wer weiß, vielleicht steigt damit sogar der Besuch.

Gerade das Tanztheater wurde in den letzten Jahren zunehmend geschätzt und auch ausgezeichnet, aber dieses Jahr hielt es mit dem genannten Stück eine herbe Enttäuschung bereit. Ich möchte und muss Stimmen zitieren, die mich erreichten und zum Nachdenken anregen sollen:

  • Reinhardswald ist weniger Tanztheater, sondern mit seinen Sex-Sequenzen und Toneinlagen grenzwertige Performance. Das hätte angekündigt werden müssen. Der Tanz kam zu kurz.

  • Tänzer können tanzen, eher selten sprechen. Mit Microports wurde genuschelt, das Stück wurde nur lauter, aber nicht besser.

  • Die Einbeziehung des Publikums war weder deutlich hör- noch sichtbar. Die Wirkung war eher negativ.

  • Wenn es um darum gehen sollte, das Publikum an einem Entstehungsprozess teilnehmen zu lassen, dann wurde verkannt, dass der Besucher mehr am Ergebnis, denn am Prozess interessiert ist.

  • Wieland kann es besser, das haben wir schon gesehen. Daran soll er sich erinnern.

Wir haben, trotz dieser Kritik, ich wiederhole es, generell im Musiktheater - Sänger, Orchester und Chöre, Schauspiel, auch im Tanztheater und besonders im Konzert eine Qualität geboten bekommen, die hohen Ansprüchen mehr als gerecht wird. Das zeigt sich seit Jahren auch an den Preisen, die unsere Regisseure erhalten. Dies anerkennen wir, dafür danken wir und dazu gratulieren wir.

Die Oper wurde gelobt. Die Karmelittinnen, Lucia di Lammermoor, Manon Lescaut, zu Teilen Jessonda, um nur 4 Stücke beispielhaft zu nennen, wurden besonders hervorgehoben. Schade, dass trotz dieser hohen Qualität die Publikumsresonanz zu wünschen übrig ließ.

Die Musicals erfüllen die Besucher- und die Kassenerwartungen. Auch die in diesem Genre gebotene Qualität ist gut. Mancher findet, dass wir zu viele Musicals in Relation zur Oper auf dem Spielplan haben und fordert eine etwas ausgewogenere Mischung. Das ist Geschmackssache - und dass man auch ein wenig auf Besucherzahlen und Einnahmen schielt, ist angesichts des Kostendrucks verständlich, denn das Theater kann kaum noch Kosten abbauen, eher noch an den Einnahmen schrauben.

Klassiker und Zeitgenössisches dürfen und müssen parallel angeboten werden - ein glückliches Händchen braucht man für die richtige Mischung.

Das Theater darf nicht nur die Abgründe und das Absurde aufzeigen, sondern es darf und muss auch unterhalten, einfach nur Freude bereiten. Denn auch Unterhaltung und Freude gehören zum Leben - mehr denn je, sage ich angesichts der Katastrophen um uns herum. Das bringt Besucher!

Wir wollen uns alle von unserem Theater angezogen fühlen, durch Vielseitigkeit und durch kritische Sichtweisen, aber wir dürfen nicht abgestoßen werden.

Dass uns dieses Jahr unsere Operndirektorin, Frau Dr. Preissinger, verlassen hat und einige sehr beliebte Künstler mit nach Hannover nahm, haben viele zu Recht bedauert - sicherlich nicht zuletzt die Theaterleitung selbst.

Aber das ist normal in der Opern- und Theaterszene. Tröstlich ist, dass einige dieser „Lieblinge" noch als Gäste bei uns auftreten.

Dem Aufbau eines stabilen Ensembles und eines Repertoires steht das natürlich im Wege.

Aber wir können uns trösten: Die Theaterleitung hat hervorragende Nachfolger gefunden - wir gratulieren und dürfen uns für diese Auswahl herzlich bedanken und hoffen, dass uns diese neuen Künstlerinnen und Künstler etwas länger erhalten bleiben.

Dass uns Herr Schmalöer und Herr Busch verlassen, bedauern wir sehr.

Aber es ist einfach so, wie es ist. Umso herzlicher begrüßen wir Herrn Schlösser, Herrn Weiler und Herrn Volk in ihrer neuen Position.

Allen scheidenden Künstlern wünschen wir viel Erfolg und Glück in der Zukunft! Den neuen Künstlern bringen wir größtes Wohlwollen entgegen, denn sie haben sich im Resonanzboden und auf der Bühne schon prima präsentiert.

Der Nachwuchspreis ist eine gute Gelegenheit für uns, Flagge zu zeigen, Anerkennung öffentlich auszusprechen und Leistung zu belohnen.

Wir haben 2009 die Schauspielerin Anke Stedingk und den Schauspieler Peter Elter ausgezeichnet. Beide haben sich durch Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke zu Publikumslieblingen gemausert. Wir gratulieren an dieser Stelle nochmals.

Diese beiden verstehen es, der Aufgabe von Theater in vielen höchst anspruchsvollen und schwierigen Rollen besonders gerecht zu werden, denn:

Das Publikum will gut unterhalten sein. Es will aber durchaus Unerwartetes, Unbekanntes und Ungewisses erleben und es hasst Langeweile. Es will Klassik, Werktreue und Ästhetik ebenso wie die Auseinandersetzung, Paradoxes, Experimentelles.

Das kann man bei den beiden Preisträgern mit einer unglaublichen Wucht erleben.

Nun einige Punkte aus dem „Tagesgeschäft".

  1. Der ausverkaufte Theaterball war ein großer Erfolg, er wird inzwischen als das gesellschaftliche Ereignis Nr. 1 in Kassel gehandelt. Wirtschaftlich war er ein Erfolg.
  2. Mit der Bundesvereinigung der Fördervereine, MUTHEA, arbeiten wir eng zusammen. Die Ehepaare Dr. Giesler und Müller waren auf der Jahrestagung in Schwerin. Wir haben dort erfahren, dass die Jugendarbeit bei allen Vereinen ein aktuelles Thema ist - aber die vorgestellten Aktivitäten der anderen Vereine gaben uns leider keine neuen Impulse.
  3. Wir brauchen externe Berater, die sich bei Steuern und beim Vereinsrecht auskennen. Wir haben den Berater gewechselt und fahren künftig viel billiger.
  4. Die Theaterreise 2009 führte nach Quedlinburg und Halberstadt. Sie war, wie immer, ein großer Erfolg. Unser Ehrenmitglied, Herr Dr. Walter Giesler, hatte diese Reise zusammen mit seiner Gattin in vorbildlicher Weise vorbereitet, wofür ihnen nicht genug gedankt werden kann. Dr. Giesler wird heute auf eigenen Wunsch hin nicht extra berichten. Ich kann berichten, dass sich Herr Dr. Giesler in Höchstform befunden haben muss. Der Geist und der Humor sprühten, dass es eine reine Freude war - kabarettreif, meinten einige.
  5. Etwas ausführlicher will ich über unsere Jugendarbeit berichten.

An bestimmten Terminen wird von uns für ausgesuchte Stücke pro Vorstellung ein auf 40 Karten begrenztes Kontingent verbilligt angeboten.

Wir bezahlen dem Theater den vollen regulären Eintrittspreis für Jugendliche, während die Jugendlichen selbst 3,- € und im tif nur 2,- €, bezahlen.

Der Verkauf der geförderten Karten erfolgt durch Teams freiwillig mitarbeitender Mitglieder an einem gesonderten Verkaufstisch der FG in Kassennähe. Ich darf an dieser Stelle den vielen Freiwilligen aus Ihren Reihen danken, die an den bisher 100 Terminen treu ihren Dienst für die gute Sache gemacht haben.

Durch die Kontakte von Herrn Dr. Giesler kamen auch intensive Kontakte mit der Universität zustande, die sich sehr interessiert zeigt. Diese Kontakte sollten auf Wunsch der Theaterleitung vom Referenten des Intendanten intensiviert werden, was aber bislang nicht zu sichtbaren Erfolgen geführt hat.

Um durch die finanzielle Förderung nicht das reguläre Förderbudget des Vereins zu schmälern, wurden von mir die Mitglieder und ausgewählte Firmen und Institutionen wegen einer Sonderspende angesprochen.

Während die Mitglieder, wenige löbliche Einzelfälle ausgenommen, „verhalten" spendeten, zeigten sich einige Institutionen bzw. Firmen sehr aufgeschlossen, nämlich insbesondere

Die Sparkasse Kassel

Die Kasseler Bank

Die Firma Hübner

Die WP-Gesellschaft PWC

Auch entwickelte sich die Zusammenarbeit mit dem kurhessischen Besucherring sehr positiv, sogar so gut, dass „gebremst" werden musste, um das Budget nicht zu rasch zu verbrauchen.

 

Nach 2 ½ Jahren kann folgende Zwischenbilanz gezogen werden:

 

Gesamter Verkauf geförderter Karten: 5.002 (= junge Besucher im Haus !)

Förderbetrag des Vereins:       15.936.- €

 

Auf die Sparten verteilte sich das Interesse wie folgt:

Musiktheater:    441 Karten, davon Musical 278,

Konzerte:           660 Karten

Tanztheater:     159 Karten

Schauspiel:         3.742 Karten

 

Dieses gute Ergebnis ermuntert zum Weitermachen.

Im Jahr 2009 wurde folgende erweiterte Struktur entwickelt:

Das bisherige Vorgehen der finanziellen Unterstützung und der Mittelbeschaffung bleibt unverändert. Allerdings muss künftig in Zusammenarbeit mit der Theaterleitung im Anschluss an einige geförderte Vorstellungen verstärkt ein Gespräch mit den Künstlern angeboten werden. Dies ist teilweise der ausdrückliche Wunsch der Besucher, aber auch Vorgabe des Finanzamts.

Künftig soll auch verstärkt in „Brennpunktstadtteilen" auf Klassenebene zusammen gearbeitet werden, um auch bildungsfernen Schichten Theater zu ermöglichen.

Vom KJT werden solche Klassen vermittelt. Bislang hält sich diese Vermittlung leider sehr in Grenzen. Mehr Aktivitäten der Leitung des KJT sind erwünscht. Fördergelder sind für diese Klassen reserviert.

Den eindeutigen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden aber die gymnasialen Zielgruppen. Das hier latent vorliegende Interesse soll verstärkt geweckt werden, weil in diesen Gruppen auch das vermutet relevante (Abo-) Publikum der Zukunft liegt.

Initiiert von unserem Mitglied Joachim Neher, Studiendirektor des FG i. R. und früherer Leiter der dortigen Theater-AG, gab es als erste Schwerpunktaktivität in Abstimmung mit der Theaterleitung am 19.1.2010 im Schauspielhaus eine „Spielzeitrevue".

In einem einstündigen Programm, moderiert vom Intendanten persönlich, das einen kleinen Querschnitt über laufende Produktionen darstellte, präsentierte sich das Haus erstklassig - herzlichen Dank, lieber Herr Bockelmann an alle, die sich eingebracht haben. Das Ziel wurde voll erreicht.

Wir verlosten 20 Abos für Zwei und verkauften zu verbilligten Preisen Jugendabos. Die Resonanz war ernorm: 86 Jugendabos kamen zustande. Die Kosten hielten sich für uns mit rund 850,- € sehr im Rahmen.

Wir und die Theaterleitung waren begeistert. Das Projekt wird nächstes Jahr wiederholt.

Unser herzlicher Dank gilt besonders Herrn Neher, der sich viel Arbeit damit gemacht hat.

So viel heute zu unserer Jugendarbeit.

 

 

Zum Abschluss noch eine Bemerkung zur Jugendarbeit des Staatstheaters selbst. Im unserem letzten Resonanzboden wurde sie im Detail dargelegt und auch die Presse berichtete. Lieber Herr Bockelmann. Es ist beeindruckend, was getan wird. Nur: Warum hört man so wenig darüber? Haben Sie keine PR-Abteilung, die das Thema regelmäßig in die Medien bringt, denn nicht nur die Lehrer müssen das erfahren, sondern vor allem Eltern und die Schüler selbst.

Hauen Sie doch regelmäßig damit kräftig auf den Putz - Sie haben Tolles zu bieten!

Wir wollen die Förderung intensivieren. Bitte spenden Sie unter dem Stichwort „Jugendförderung" zweckgebunden, denn unser Topf geht so langsam zur Neige. ..

Nach dem Bericht des Vorsitzenden ergriff unter Tagesordnungspunkt 4 der Intendant, Herr Thomas Bockelmann, das Wort, erstattete Bericht, gab einen kleinen Ausblick und ging auf Punkte ein, die Herr Müller angeschnitten hatte. Er bedankte sich für die aktive Rolle der Fördergesellschaft und die tatkräftige Unterstützung. Er gab seinem Stolz Ausdruck, dass die Besucherzahl nun im sechsten Jahr seiner Intendantentätigkeit wieder gesteigert werden konnte und kündigte im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage eine moderate und gestaffelte Erhöhung der Eintrittspreise an. Im Hinblick auf die Anzahl der Premieren verwies er auf die angespannte Haushalts- und Personalsituation. Bei Musicals verwies er darauf, dass nur eine Musical-Premiere stattgefunden hat. Bei den Opern beklagte er die teilweise sehr schlechte Publikumsresonanz bei ausgesprochen hochwertigen Produktionen wie z. B. der Les Dialogues des Carmelites". Im Hinblick auf den Spielplan im Dezember wies er den Vergleich mit Wiesbaden als nicht zulässig zurück, da nach seiner Aussage in Wiesbaden kein Weihnachtsstück produziert wird und demzufolge ganz automatisch mehr Platz für andere Produktionen ist. Hinsichtlich der Kritik an einzelnen Produktionen verwies er auf die teilweise höchste Anerkennung in der Fachwelt und bei Kritikern. Er verwies auf zahlreiche Einladungen zu hochwertigen Veranstaltungen und auf die Preise, die Kasseler Inszenierungen, einzelne Schauspieler und Regisseure bekommen haben. Er ließ jedoch durchblicken, dass an einigen Stellen Kritik durchaus nachvollziehbar sei, dass er sich aber besonders über das pauschale Lob der Fördergesellschaft für das hohe qualitative Niveau in allen Sparten gefreut habe. Er merkte an, dass es bei Kinderstücken bereits eine Altersempfehlung gibt und Abendvorstellungen vom Prinzip her nur Erwachsene ansprechen. Er betonte, dass die Auswahl der neuen künstlerischen Kräfte auch dieses Jahr besonders gut gelungen ist, dass man aber, wie in der Vergangenheit, leider damit rechnen müsse, dass die neu gewonnen erstklassigen Kräfte möglicherweise in absehbarer Zeit wieder von größeren Häusern abgeworben werden. Zur Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit des Staatstheaters in Bezug auf die Jugendarbeit betonte er, dass die PR-Abteilung des Hauses sehr rührig sei und aus seiner Sicht dieser Vorwurf nicht zu Recht besteht. Besonders freute er sich über die aktive Jugendarbeit der Fördergesellschaft, die mit der Spielzeitrevue vom 19.01.2010 ihren Höhepunkt gefunden hatte. Aufgrund des hervorragenden Ergebnisses der Akquisition von insgesamt 86 Jugend-Abos versprach er, diese Veranstaltung im nächsten Jahr zu wiederholen. Außerdem beantwortete er mehrere Fragen aus dem Publikum. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit der Universität verwies er auf den bestehenden Rahmenvertrag und seine ebenfalls guten Kontakte zu Prof. Dr. Postleb.

Nach der Rede des Intendanten ergriff spontan der GMD, Herr Patrik Ringborg, das Wort. Er bedankte sich sehr für die aktive Unterstützung durch die Fördergesellschaft und betonte, dass auch er und das Orchester gerne mehr Premieren im Musiktheater und den Aufbau eines soliden Repertoires unterstützen würden.

Der Vorsitzende rief danach den Tagesordnungspunkt 5, Finanzbericht für das Jahr 2009 durch den Schatzmeister Ingo Buchholz, auf. Bevor Herr Buchholz begann, bedankte Herr Müller bei Frau Pudack und Frau Große für die hervorragende Unterstützung der Vorstandsarbeit des Vereins. Außerdem dankte er der Kasseler Sparkasse dafür, dass seit Jahren eine vorbildliche Unterstützung des Vereins durch die Führung der Kasse ohne Kostenbelastung erfolgt.

Der Schatzmeister, Herr Ingo Buchholz, erläuterte im Detail Einnahmen und Ausgaben des Vereins und deren Struktur. Er stellte detailliert dar, dass der Theaterball ein großer finanzieller Erfolg war, dass im großen Umfang der künstlerische Betrieb des Staatstheaters gefördert werden konnte und dass eine beachtliche Jugendförderung stattgefunden hat. Aus den Einnahmen des Jahres 2009 steht für die Förderung 2010 ein Betrag von 40.000,- € zur Verfügung.

Danach rief der Vorsitzende den Tagesordnungspunkt 6, Bericht des Kassenprüfers und Entlastung des Vorstands für das Jahr 2009, auf. Herr Peter Orthofer erstattete den Bericht. Es ergaben sich keinerlei Beanstandungen. Herr Orthofer führte dann auch die Entlastung des Vorstands durch. Der Vorstand wurde für das Jahr 2009 einstimmig von der Mitgliederversammlung entlastet.

Unter Tagesordnungspunkt 7, Wahl des Kassenprüfers für die Jahre 2010 und 2011, stand als Kandidat Herr Peter Orthofer zur Verfügung. Er wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig für die Jahre 2010 und 2011 wieder gewählt.

Herr Müller bedankte sich bei Herrn Orthorfer und schritt dann zu Tagesordnungspunkt 8, Wahl eines neuen Vorstandsmitglieds. Als Nachfolger des verstorbenen Vorstandsmitglieds Wilfried Gerke kandidierte, allerdings mit dem Zuständigkeitsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Herr Oliver Morgenthal, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei K+S AG.. Das Vorstandsmitglied Frau Dr. Christiana Nobach, die bisher die Öffentlichkeitsarbeit innehatte, hatte um Entlastung gebeten, um sich ganz auf den Resonanzboden und ihre beruflichen Herausforderungen konzentrieren zu können.

Nachdem sich Herr Oliver Morgenthal auch noch persönlich vorgestellt hatte, fand die Wahl statt. Herr Morgenthal wurde einstimmig zum Vorstandsmitglied für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit gewählt.

Herr Müller gratulierte Herrn Morgenthal und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich eine harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit ergibt.

Unter Tagesordnungspunkt 9 wurden die Förderwünsche des Staatstheaters für das Kalenderjahr 2010 vorgestellt, die die Theaterleitung mit Schreiben vom 16.11.2009 dem Vorstand zur Beratung im Detail vorgelegt hatte. Der Vorstand empfahl der Mitgliederversammlung, den Förderantrag anzunehmen.

Herr Bockelmann erläuterte den Förderantrag im Detail. Die Mitgliederversammlung genehmigte den Förderantrag mit einer Enthaltung. Dies bedeutet, dass sich für das Jahr 2010 folgende Förderstruktur ergibt:


das Musiktheater

inkl. Jugend-Orchester

und Orchesterakademie 41 %,

das Schauspiel

incl. Kinder- u. Jugendtheater 38 %

das Tanztheater 15 %,

Sonstiges 6 %

 

Insgesamt enthalten sind 11.500,- € für Kinder- und Jugendprojekte in Oper, Schauspiel und Sonstiges - immerhin fast 29 % der Gesamtförderung ....

Unter Tagesordnungspunkt 10 berichtete Frau Dr. Christiana Nobach über die Veranstaltungsreihe Resonanzboden im Jahr 2009. Zuvor dankte Herr Müller Frau Dr. Nobach und posthum Herrn Wilfried Gerke für ihren hervorragenden Einsatz bei dieser inzwischen zur Institution gewordenen Veranstaltungsreihe. Er dankte auch Herrn Dr. Walter Giesler und Herrn Hansgeorg Kling, dass sie im Verlauf des Jahres 2009 mehrfach eingesprungen waren, wenn Moderatoren ausfielen.

Mit dem Tod von Wilfried Gerke hatte sich eine Lücke aufgetan, die qualifiziert zu besetzten war. Herr Müller bedankte sich bei Frau Monika Gerke-Heine und Herrn Hansgeorg Kling, die sich bereiterklärt haben, zusammen mit Frau Dr. Nobach reihum als Moderatoren tätig zu sein. Der Vorstand hat bewusst das Moderatorenteam auf drei Personen erweitert, um den teilweise bei zwei Personen unweigerlich auftretenden Stress zu umgehen. Die ersten Veranstaltungen hat das Team mit Erfolg gestemmt.

Frau Dr. Nobach würdigte ebenfalls nochmals die kreative Rolle, die Herr Wilfried Gerke beim Resonanzboden innehatte. Sie stellte dann die Höhepunkte dieser Veranstaltungsreihe im Laufe des Jahres 2009 vor und kündigte für den 1. März 2010 und den 26. April 2010 die nächsten Veranstaltungen bereits konkret an.

1. März 2010, 19.30 Uhr, Opernfoyer: Kostümabteilung

26. April 2010, 19.30 Uhr, Opernfoyer: Neue Dramatik

Unter Tagesordnungspunkt 11, Verschiedenes, hatte der Vorstands nichts zu berichten. Aus dem Publikum meldete sich Herr Bauer und dankte dem Vorstand für seine Arbeit und wies auf einige künstlerische Höhepunkte hin. Es meldete sich auch Herr Manfred Zalfen zur Jugendarbeit mit der Anregung, anlässlich des Verkaufs verbilligter Jugendkarten auch aktive Mitgliederwerbung bei jugendlichen Besuchern durchzuführen in Form einer „Probe-Mitgliedschaft/Schnupper-Mitgliedschaft/Mitgliedschaft light", beispielsweise mit einer Jahresspende von 12,- €. Herr Müller kündigte an, diesen Antrag bei der nächsten Vorstandssitzung zu besprechen.

Der Gastronom des Staatstheaters, Herr Stephan Briggl, hatte zwei Suppen gespendet, wofür ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei.