Rundschreiben 04. November 2010
Freitag, den 03. Dezember 2010 um 10:51 Uhr
Liebe Mitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,
die neue Spielzeit hat begonnen - mit Paukenschlägen!
Im Schauspiel fanden zwei Premieren großen Beifall des Publikums: Samuel Becketts Warten auf Godot und Frank Wedekinds Der Marquis von Keith. Im tif war das Publikum von der Uraufführung von Rebekka Kricheldorfs Robert Redfords Hände selig begeistert, wie auch -insbesondere beim jungen Publikum- von Ruth des Goojers Schwarz wie Tinte und von Martin Balscheits Der Löwe der nicht schreiben konnte und, ebenfalls als Wiederaufnahme, von Roland Schimmelpfennigs Der goldene Drache.
Auch Johannes Wielands Kasseler Fassung seines Tanzstücks New You fand großen Beifall, ebenso wie die erfolgreichen Wiederaufnahmen von Kleiner Mann, was nun und Hiob (leider die letzte Aufführung). Der Presse war zu entnehmen, dass unser Schauspielensemble mit Hiob in Bozen auf Begeisterung stieß und man eine nachhaltige Zusammenarbeit anstrebt, was sehr zu begrüßen ist.
Im Musiktheater war der Start mit der Oper Lear von dem zeitgenössischen Komponisten Aribert Reimann eine Herausforderung für Dirigent(en), Orchester, Sängerinnen, Sänger und Publikum. Dass mit dieser Produktion eine Spaltung des Publikums unvermeidlich ist, war der Theaterleitung sicherlich klar, als man sich entschloss, damit die neue Spielzeit zu eröffnen. So war es denn auch: Von hellauf begeistert bis entrüstet war die Reaktion. Wer mitreden möchte, sollte sich unbedingt ein eigenes Urteil bilden und sich dieser Herausforderung stellen.
Es wäre unseren Künstlern zu wünschen, dass nicht nur diese neuen Stücke gut besucht werden, sondern dass auch die Wiederaufnahmen von Faust, Der Fliegende Holländer und Der Vetter aus Dingsda auf lebhafteres Interesse stoßen. Gehen Sie einfach hin und sagen Sie es weiter - der Besuch lohnt sich.
Das nicht so sehr bekannte, aber sehens- und hörenswerte Musical von Stephen Sondheim Into the woods - ab in den Wald eröffnete ganz neue Sichtweisen auf wahrhaft „märchenhafte Stoffe" - in der Brüder-Grimm-Sradt Kassel natürlich bestens bekannt, vielleicht historisch ein wenig aus anderer Perspektive und nicht verknüpft. Witzig, spritzig, sehenswert. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Das war gewollt - gehen Sie hin.
Zu unseren Konzerten kann man nicht mehr sagen, als: „Dauerbrenner" - jedes Mal ein Ohrenschmaus!
Wir wünschen unseren Künstlern eine erfolgreiche Spielzeit mit viel Beifall !
Am 16. und 17. Oktober fand die diesjährige Theaterfahrt statt, wieder organisiert von unserem Ehrenmitglied Dr. Walter Giesler und seiner Gattin. Insbesondere eine zauberhafte Zauberflöte im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt und die Dornburger Schlösser in der Herbstsonne werden den Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Herzlichen Dank an das Ehepaar Giesler!
Der Presse konnten Sie entnehmen, dass die Universität Kassel eine Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Staatstheaters Kassel durchgeführt hat. Herr Gregor Zehrer, Student im Fachbereich Stadt- und Regionalentwicklung, trug am 28.10. die Ergebnisse seiner Untersuchung in einer Pressekonferenz vor. Er stellte (nicht ganz überraschend) fest, dass jeder von den Trägern in das Staatstheater pro Jahr investierte Euro sich lohnt und eine Wertschöpfung von 1,42 Euro erzeugt. Löhne, Gehälter, Gagen von Gastkünstlern und deren Steuer- und Konsumwirkung in unserer Region wurden dabei ebenso bewertet, wie die Ausgaben der Theaterbesucher aus nah und fern, sowohl z.B. in der Hotellerie, als auch in der Gastronomie und dem Einzelhandel. Vom Theater nur als „Subventionsempfänger" zu reden erweist sich als völlig verfehlt - eine Bewertung, die unsere Fördergesellschaft schon mehrfach heraus gestellt hat, ohne den Wert von 1,42 zu kennen. Interessant waren die Reaktionen von OB Hilgen als unser Stadtoberhaupt und Albert Zetsche als Vertreter der Landesregierung: Man bewertet diese Wertschöpfungskennzahl und die fiskalischen Effekte zwar durchaus positiv, schätzt aber das Staatstheater insbesondere wegen der „weichen Faktoren", wie z.B. seinem Beitrag zur (kulturellen) Bildung, seinen aktiven Wissenstransfer, seiner optischen Präsenz im Stadtbild, seiner touristischen Wirkung, seiner Kooperation mit Schulen, Hochschulen und Universität. Für unseren OB Hilgen ist das Staatstheater unverzichtbar, eine Wertung, der wir uns gerne anschließen.
Zum ersten Mal kooperieren die Kunsthochschule Kassel, die Kunsthalle Fridericianum und das Staatstheater Kassel aktiv bei dem Projekt „Theater zwischen den Künsten. Parzifal. Ein Szenarium von Tankred Dorst". Lesen Sie bitte Details dazu in der Anlage zu diesem Rundschreiben. Vor allem aber: Gehen Sie an einem der vier Termine hin und werben Sie bei Ihren Kindern und Enkeln dafür.
Im letzten Rundschreiben informierte ich Sie über den Plan, den verein ballett e.V. kassel mit unserer Fördergesellschaft zu verschmelzen. Wie immer, so lag auch bei diesem Projekt der Teufel im Detail. Aus mehreren Gründen kann das Vorhaben nicht umgesetzt werden. Es gab aber keine Verstimmung, sondern wir verblieben unverändert freundschaftlich. Ich berichte darüber mehr bei unserer Mitgliederversammlung am 13.Februar 2011.
Am 28.10 fand die Mitgliederversammlung unseres „Nachbarvereins", des Fördervereins Deutsches Theater in Göttingen e.V. statt, die der Unterzeichner als eingeladener Gast besuchte. Dort gibt es einen festen Beitrag plus Spende, man führt eine Veranstaltung durch, die unserem „Resonanzboden" ähnelt und erntet dafür, wie wir, viel Beifall. Man unterstützt die Initiative des Intendanten Mark Zurmühle, mit seinem Theater „übers Land zu ziehen" - ein Projekt, für das die Planungen bereits laufen, und das wir gespannt verfolgen werden. Man strebt einen intensiveren Gedankenaustausch beider Häuser und beider Vereine an, will das Publikum zum Besuch jeweils des anderen Theaters ermuntern. Ich habe mich diesem Wünschen gegenüber aufgeschlossen gezeigt.
Abschließend möchte ich Sie bitten, zu prüfen, ob Sie uns beim Verkauf verbilligter Jugendkarten unterstützen können. Es sind noch folgende Termin offen:
Sonntag, 12.12.10: Schauspielhaus 19.30 Uhr, Der Marquis von Keith
Mittwoch, der 22.12.10: Schauspielhaus 19.30 Uhr, Maria Stuart.
Wer helfen kann, der melde sich bitte telefonisch beim Unterzeichner: 05543 3881.
Immer wieder erreichen uns Fragen nach dem nächsten Theaterball. Er findet am Samstag, den 12. November 2011 statt.
Ich wünsche Ihnen namens des gesamten Vorstands schöne, unterhaltsame und anregende Stunden in unserem Haus, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und alles Gute im neuen Jahr. Bleiben Sie gesund!
Herzliche Grüße
Hans-Dieter Müller
Vorsitzender
