Mitgliederversammlung der MUTHEA

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Unsere Fördergesellschaft ist Mitglied in der Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfreunde e.V. (MUTHEA). Unser Vorsitzender, H.-D. Müller, nahm an der diesjährigen Mitliederversammlung der MUTHEA teil.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung fanden Vorstandwahlen statt. Der bisherige Schatzmeister, Herr Dr. Günter Köbele schied aus. An seiner Stelle gab es vier neue Mitglieder für den nun auf sechs Personen aufgestockten Vorstand. Die neuen Vorstandsmitglieder sind Herr Jürgen Bandte, Vorsitzender des Freundeskreises Hessisches Landestheater, Marburg, Herr Stephan Mücke, Vorsitzender der Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig e.V., Frau Renate Winkler, Vorsitzende des Görlitzer Theater und Musikvereins e.V., sowie Frau Elfriede Kaestner, Vorsitzende der Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg und Umkreis e. V.. Dietrich Fischer (Vorsitzender), Gesellschaft der Staatstheaterfreunde in Braunschweig e.V. und Bernhard Krumrey, Gesellschaft der Freunde des Theaters Kiel e.V. sind unverändert Mitglieder des Vorstands.

Besonders erfreulich ist, dass Herr Bandte aus Marburg, der auch Mitglied bei uns ist, in den Vorstand aufgerückt ist. Damit bekommen wir mehr Nähe zu dieser Bundesvereinigung. Herr Bandte und ich haben uns auch abgesprochen, dass wir versuchen werden, noch mehr hessische Fördervereine für die MUTHEA zu werben.

Mitgliederversammlung der MUTHEA 2006

Die Mitgliederversammlung befasste sich, nach den unvermeidlichen Formalien mit folgenden Themen:

  1. Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit: Die MUTHEA wird als Bundesvereinigung wegen ihrer geringen Mitgliederzahl noch nicht in angemessener Weise wahrgenommen. Der Vorstand macht sich Gedanken, wie aufgrund der Anregungen, die bei der Mitgliederversammlung gemacht wurden, die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden kann.

  2. Jugendarbeit: Man will sich im Jahr 2006 / 2007 verstärkt der Jugendarbeit zuwenden. Man hat erkannt, dass Jugendarbeit ein zentrales Problem für unsere Vereine ist und zwar nicht in erster Linie im Sinne der Gewinnung von jugendlichen Mitgliedern, sondern primär im Sinne der Ermunterung der jungen Menschen, das Theater zu besuchen. Es findet am 26. und 27. Oktober 2006 zu diesem Thema ein Seminar in Wolfenbüttel statt. Wir planen, an diesem Seminar teilzunehmen.

  3. Probleme mit der Finanzverwaltung: Die Diskussion zur rechtlichen Problematik im Zusammenhang mit §58 Abgabeordnung und mit anderen rechtlichen Vorgaben nahmen breiten Raum ein. Auch unser Fall wurde erörtert. Die Tatsache, dass das Finanzamt Kassel für die Gewährung von Vorteilen für unsere Mitglieder durch die Theaterleitung beim Besuch von Kostproben hohe Hürden aufbaut, wird allgemein als kontraproduktiv angesehen. Die Diskussion brachte eine ganze Reihe wertvoller Anregungen. Wir haben zwischenzeitlich das Finanzamt erneut in dieser Angelegenheit angeschrieben.

  4. Krisenjahr 2008: Insbesondere die Theater in den neuen Bundesländern haben im Jahr 2008 mit erheblichen Existenzgefährdungen zu rechnen. Es ist bekannt, dass die Träger der Einrichtungen planen, die Theaterlandschaft erheblich zu straffen. Die bei der MUTHEA organisierten Fördervereine, aber auch die freien Fördervereine, sind dabei, sich auf dieses Schreckensszenario vorzubereiten mit dem Ziel, in diesen Regionen die traditionell vielfältigen Theaterlandschaft so lebendig wie möglich zu erhalten.

Die Mitgliederversammlung zeigte, dass es für unsere Fördergesellschaft sehr sinnvoll ist, in der Bundesvereinigung Mitglied zu sein. Schon die Tatsache, dass die Jugendarbeit zum zentralen Thema erhoben wird und das man sich mit den bei uns ganz akut vorliegenden Problemen mit der Finanzverwaltung befasst, zeigt, dass wir Nutzen aus der Mitgliedschaft ziehen.

Die Gesellschaft der Freunde des Theaters e.V. in Kiel hatte als Gastgeber ein schönes Programm ausgearbeitet. Für diejenigen, die nicht an der Mitgliederversammlung teilnahmen (Partner), gab es einen Ausflug in die Umgebung von Kiel, mit einer Besichtigung des Herrenhauses in Schierensee, das ehemals dem Verleger Axel Springer gehört hat und nun von dem „Brillenmogul" Prof. Fielmann genutzt wird.

Für alle Besucher hatte es am 12. Mai 2006 ein Zusammentreffen in Schifffahrtsmuseum Kiel gegeben. Bei einem kleinen Imbiss, konnte man auch die Theaterleitung des Kieler Theaters, insbesondere Herrn Intendant Karasek näher kennen lernen. Sehr erfreulich war, dass sich Herr Karasek ausführlich mit uns beschäftigte. Beispielweise führte er unsere Gruppe persönlich durch das Kieler Schauspielhaus.

Nach der Mitgliederversammlung besuchten wir am Abend des 13. Mai 2006 gemeinsam im Schauspielhaus Kiel die Dreigroschenoper und für diejenigen, die noch in Kiel blieben, bot sich am Abend des 14. Mai der Besuch von Parsifal an.

Einen sehr symphatischen und fachkompetenten Eindruck machte Herr Karasek, der zur Zeit mit sehr großen Chancen als Generalintendant für Musiktheater und Sprechtheater in Kiel gehandelt wird. Beide Theater hatten bisher eigenständige Intendanten.

Am Sonntag, den 14. Mai 2006 gab es eine hoch interessante Podiumsdiskussion im Schauspielhaus. Dr. Carl, Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Regina Guhl, Dramaturgin Schauspiel Hannover, Wolgang Haendler, Chefdramaturg Theater Kiel, Daniel Karasek, Schauspielintendant Theater Kiel und Wolfgang Rothe, Geschäftsf. Direktor Semperoper Dresden diskutierten unter Moderation des MUTHEA - Vorsitzenden Dietrich Fischer das Thema „Der Spielplan des Theaters - oder über die Kunst Neugier und Zuspruch des Publikums zu wecken".

Die Diskussion verlief ohne die sonst üblichen „Sprachblasen - Statements" in einer erfreulich, lebendigen Weise und brachte sehr interessante Einblicke in die Arbeitsweisen der verschiedenen Häuser und in die, diesen Arbeitsweisen jeweils zugrunde liegenden Philosophien. Dabei machte wiederum Herr Karasek ein besonders positiven Eindruck. Man merkte, dass ihm und seinem Team die Arbeit am Schauspielhaus Kiel große Freude macht. Die große Freude überträgt sich auf die Leistung des Teams und auf das Publikum. Das Kieler Ensemble hat sich nach Aussage von Herrn Karasek die Anerkennung und die Liebe des Publikums erspielt.

Man gibt dem Publikum Sicherheit über das, was es erwarten darf und lässt die Spielfreunde spüren. Das Publikum würdigt dies mit einem enormen Zuspruch und einer hervorragenden Auslastung des Hauses.