Sesselspende

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Anfang Dezember habe ich, zusammen mit Herrn Bockelmann, öffentlich und in einer groß angelegten Mailing-Aktion kulturinteressierte Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden in unserer Region aufgerufen, 550 Sessel für das Staatstheater zu spenden, bei einem Einzelpreis von 360,- € pro Sessel.

Die Aktion ist außerordentlich erfolgreich verlaufen. Noch im Dezember gab es rd. 250 Sesselspenden und vor wenigen Tagen wurde der 550. Sessel gespendet. Die neue Bestuhlung im sanierten Haus ist also vollständig gesichert! Darauf sind wir ganz stolz, denn immerhin ist unsere Spendenaktion zur Zeit die größte Einzelaktion eines Fördervereins in Hessen.

Bis Anfang voriger Woche (4.4.2006)lagen wir noch bei rd. 470 Sesseln. Zwischenzeitlich wurden uns von der Fieseler-Stiftung, vorbehaltlich der (als sicher geltenden) Zustimmung des Kuratoriums weitere 30 Sessel avisiert. Ich habe daraufhin den Vorstandsvorsitzenden der Wintershall AG, Herrn Zwitserloot, angeschrieben und ihn gebeten, sich Gedanken zu machen, ob sein Haus die verbleibende Lücke zu einem guten Teil schließen könnte.

Es erreichte mich postwendend der hoch erfreuliche Anruf vom Büro von Herrn Zwitserloot, dass die Wintershall AG sämtliche noch fehlenden 50 Sessel spendet! Das finde ich sehr gut. Ich habe mich auch sofort bei Herrn Zwitserloot bedankt.

Die Tatsache, dass es uns gelungen ist, durch einen massiven Aufruf, Bürger, Unternehmen, Gemeinden und Vereine in Kassel und Umgebung zu motivieren, für das Staatstheater Flagge zu zeigen, zeigt, dass das Bürgerengagement für kulturelle Angelegenheiten in der Kulturstadt Kassel hervorragend funktioniert. Es ist eine beachtliche Leistung, dass der Spendenumfang von rd. 200.000,- € innerhalb von vier Monaten erreicht wurde. In der HNA vom 6.4.06 wurde unter der Überschrift „Kultur belebt Wirtschaft“ über die teilweise nicht unproblematische Situation des Sponsoring und Mäzenatentums in Hessen berichtet. Aus Sicht unserer Fördergesellschaft darf ich erfreut feststellen, dass nicht zum ersten Mal Aktionen unseres Vereins (ich erinnere an die Aktion anlässlich der letzten documenta, die auch kurzfristig knapp 90.000,- Euro mobilisierte) die volle Unterstützung der Öffentlichkeit gefunden haben und wir zu Recht davon ausgehen können, dass es bei unseren Aktionen bisher immer das engagierte kulturinteressierte und spendenbereite Publikum in Kassel wirklich gab!

Am Mittwoch, 12.4.06., 14.00 Uhr, fand im Schlösschen Schönfeld ein Pressetermin statt, an dem die größten Spender teilgenommen haben.

Die Struktur der geleisteten Spenden ist sehr weit gespannt. Die größten Spender sind Wintershall AG, Fieseler-Stiftung, Kasseler Bank und Kasseler Sparkasse – aber es zählen nicht nur die Großspenden, sondern wir haben uns auch über Kleinstspenden gefreut, denn oft stellt eine Spende von 50,- € oder weniger für einen kulturinteressierten Geringverdiener ein viel größeres Opfer dar, als eine Großspende für das spendende Großunternehmen. Beide Spender sind für uns gleich wichtig. Über das kulturelle Engagement freuen wir uns, egal, wie hoch die Spende ist.

Ich bin froh, dass die Aktion schon nach 4 Monaten vollständig abgeschlossen werden konnte und nicht erst, wie befürchtet, nach mehrfachem Nachfassen Ende des Jahres mit dem Risiko, die Summe von € 200.000,- gar nicht ganz zusammen zu bekommen.

In Kassel und speziell in unserem Verein funktioniert das Engagement für das Staatstheater. Das sollten auch die Träger wissen!

H.-D. Müller

Vorsitzender

HNA-Artikel Sesselspende