Theaterfahrt am 29./30 Oktober 2005

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 Am 29. und 30. Oktober 2005 fand die wiederum von Vorstandsmitglied Dr. Walter Giesler organisierte Theaterfahrt statt. Ziel dieses traditionsreichen Ausflugs war die alte thüringische Stadt Rudolstadt, die sich angesichts des prächtigen goldenen Oktobers fantastisch präsentierte. Auch dieses Mal bestätigte sich wieder, dass Ziele in Mitteldeutschland sehr lohnend sind. Nach Meiningen, Gotha, Nordhausen, Dessau und Erfurt war das Ziel dieser 10. Theaterfahrt der Fördergesellschaft besonders lohnend, weil auf engstem Raum eine unglaubliche Konzentration von kulturellen Angeboten anzutreffen ist, ganz abgesehen von der reizvollen Umgebung, die der Thüringer Wald bietet.


Am 29. Oktober war das erste Ziel das Wasserschloss Kochberg, der einstige Wohnsitz von Charlotte von Stein und deren häufiger Treffpunkt mit Johann Wolfgang von Goethe. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Schloss Kochberg“ fand eine überaus informative Führung durch dieses Wasserschloss statt, bei der man nicht nur prächtige Räume bestaunen konnte, sondern vor allem Einblick in das Leben von Charlotte von Stein und Johann Wolfgang von Goethe bekam.

 Nach Bezug des hervorragend ausgewählten Hotels „Am Marienturm“ oberhalb von Rudolstadt besuchte man die 1762 gegründete und älteste Porzellanmanufaktur Thüringens in Volkstedt bei Rudolstadt. Nach einer sehr informativen Einführung durch die Betriebsleiterin, bei der man sowohl die Herstellungsmethoden als auch das reichhaltige künstlerische Angebot kennen lernte, bestand dann noch Gelegenheit zum Einkauf, die von zahlreichen Mitreisenden eifrig genutzt wurde.

Nach einem Abendessen im originell dekorierten „Verrückten Kartoffelhaus“ im Zentrum von Rudolstadt besuchte man das Thüringer Landestheater. Dort wurde vom Schauspiel Georg Büchners WOYZECK aufgeführt. In einer sehr eindrucksvollen, komprimierten Produktion präsentierte sich ein sprachlich hervorragend ausgebildetes Team mit einer niveauvollen Aufführung, bei der das spartanisch anmutende Bühnenbild sehr dazu beitrug, dass die Inhalte „gut herüberkamen“. Im Anschluss an diese Vorstellung traf man sich im „Schminkkasten“, der Experimentierbühne dieses Stadttheaters zu einem Gespräch mit der Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros, Frau Mendyk, dem leitenden Dramaturgen Christian Marten-Molnár und zwei Darstellern, nämlich René Sachse (Woyzeck) und Gabriel Kemmether (Doctor). In einer angeregten Diskussion wurden nicht nur die Hintergründe der Inszenierung beleuchtet, sondern wir konnten erfahren und erleben, mit welch enormem Engagement Theaterleitung und Ensemble für den Theater-Standort Rudolstadt kämpfen. Mit einem überzeugenden Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit, das weit über die Grenzen von Rudolstadt hinausreicht und mit einem enormen Einsatz des Ensembles auch an Spielstätten außerhalb von Rudolstadt wird man es den Politikern sehr schwer machen, gerade auf Rudolstadt als Standort zu verzichten. Wir drücken den Rudolstädtern die Daumen. Nach einem spannenden Gespräch mit diesen engagierten Theatermachern ließ man den Abend gemütlich im Hotel ausklingen.

 Am Vormittag des 30. Oktober 2005 nahm die gesamte Gruppe dann an einer Führung durch Schloss Heidecksburg teil, das, hoch über Rudolstadt gelegen, das Stadtbild prägt. Dieses sehenswerte Barock- und Rokokoschloss mit prächtigen Festsälen präsentierte sich in einem hervorragend restaurierten Zustand. Die Führung war kompetent und informativ. Sämtliche Teilnehmer waren beeindruckt von der geschichtsträchtigen Stätte und genossen die prachtvolle, variantenreiche Einrichtung der Räume, die einen Einblick in den Feudalismus gab. Glücklicherweise, so darf festgestellt werden, gab es damals diese, der Kultur sehr zugewandten Adelshäuser. Nur so konnte es zu der Entstehung der reichen Theater- und Kulturregion in Mitteldeutschland kommen.

 Nach dem Mittagessen im Hotel „Adler“ am Markt in Rudolstadt wurde noch die beeindruckende Klosterruine des Benediktinerklosters Paulinzella aus dem 12. Jahrhundert besucht, um dann kurz nach 17.00 Uhr wieder in Kassel einzutreffen. Alle 50 Teilnehmer waren des Lobes voll für die hervorragende Wahl des Zielortes und die glänzende Organisation. Auch an dieser Stelle darf Dr. Giesler für die Vorbereitung und Organisation nebst Durchführung gedankt werden, wobei die tatkräftige Unterstützung durch seine Ehefrau Sigrid besonders hervorgehoben werden darf.

Besonders erfreulich ist, dass bei der von den Teilnehmern erbrachten Umlage am Ende noch ein Zuschuss von € 700,- verblieb, der dem Staatstheater zugewendet wird.

Die anschließenden Vorstellungen „Anna Karenina“ des Boris Eifmannn-Balletts in der Stadthalle und die Premiere von „Die Hochzeit des Figaro“ im Kuppelzelt konnten von allen interessierten Teilnehmern wahrgenommen werden.

Alle 50 Teilnehmer waren sich einig, dass Herrn Dr. Giesler nicht nur der besondere Dank für seine Mühe zusteht, sondern dass es der Wunsch aller Teilnehmer ist, dass er auch in den nächsten Jahren noch weitere Reisen für unsere Fördergesellschaft durchführt.